Versicherungen gibt es für fast alles und alle Eventualitäten, die damit passieren könnten. Wer keine halsbrecherischen Hobbys pflegt oder besonders attraktive Körperteile zu versichern hat, fragt sich oft, wie viel Sicherheit und somit Versicherungspolicen er eigentlich braucht. Da die meisten Versicherungen freiwillig abgeschlossen werden – in Deutschland sind das für Privatpersonen zunächst einmal fast alle, außer der Krankenversicherung – liegt die Entscheidung ganz beim Verbraucher und seinem individuellen Sicherheitsbedürfnis.

Konsens besteht hierbei allgemein, dass jeder eine gute private Haftpflichtversicherung haben sollte, die die „typischen Risiken des Alltags abdeckt“. Eine Haftpflichtversicherung tritt dann ein, wenn der Versicherte einen Schaden verursacht hat, für den er haftet. Das ist der Fall, wenn der Schaden durch Fahrlässigkeit oder sogar grobe Fahrlässigkeit entstanden ist. Nicht versichert sind Schäden, die im Rahmen der beruflichen oder einer ehrenamtlichen Tätigkeit entstanden sind.

Eine Haftpflichtversicherung ist in einigen Bereichen Pflicht, nämlich dann, wenn der Gesetzgeber meint, dass ein besonderes Risiko gegeben ist. Zum Beispiel müssen Fahrzeughalter eine Kfz-Haftpflichtversicherung abschließen oder Jäger für den Gebrauch von Schusswaffen eine Jagdhaftpflichtversicherung.

Zusätzlich versicherte Risiken

Eine Reihe von Risiken kann zusätzlich mitversichert werden, wenn sie im Grundpaket nicht enthalten sind. Eine „Ausfalldeckung“ tritt zum Beispiel ein, wenn dem Versicherungsnehmer ein Schaden entstanden ist, für den ein Anderer haften müsste, der seinerseits aber keine Haftpflichtversicherung besitzt oder zahlungsunfähig ist. Voraussetzung ist hierfür dann allerdings ein rechtskräftiger gerichtlicher Titel.

Sinnvoll kann auch eine zusätzliche „Deckung für deliktunfähige Kinder“ sein. Kinder bis zum 7. Lebensjahr können nicht haftbar gemacht werden, das heißt, dass in Schadensfällen, die sie verursacht haben, die Haftpflichtversicherung grundsätzlich nicht eintritt. Bei Delikten im Straßenverkehr gilt das teilweise sogar für Kinder bis zum Alter von 10 Jahren. Da sich die meisten Eltern aber im Schadensfall dann aber doch „moralisch verpflichtet“ fühlen, für verursachte Schäden einzutreten und des lieben nachbarschaftlichen Friedens willen nicht einfach auf das Alter ihrer Sprösslinge hinweisen, sondern zum Beispiel die kaputte Fensterscheibe der Nachbarn zahlen, kann sich ein solcher Versicherungszusatz durchaus lohnen.

Zusätzlich können Schäden versichert werden, die bei einer unentgeltlichen Hilfeleistung, zum Beispiel einer Umzugshilfe, entstanden sind. Bei solchen „Freundschaftsdiensten“ sieht der Gesetzgeber bei leichter Fahrlässigkeit eigentlich keinen Haftungsanspruch vor. Es besteht auch noch die Möglichkeit eine Sogenannte Schlüsselversicherung abzuschließen. Die Haftet dann wenn man einen wichtigen Schlüssel von einem Schließsystem verliert.

Besser versichern

Die Deutschen sind eigentlich sehr sicherheitsbewusst, es gibt laufende Verträge im dreistelligen Millionenbereich und im Durchschnitt geben sie jährlich 2.000 Euro für Versicherungen aus. Da verwundert es doch, dass jeder dritte deutsche Haushalt ausgerechnet keine private Haftpflichtversicherung besitzt, die doch für einen geringen Betrag viele Risiken des Alltags absichert. Denn wer für einen Schaden als Verursacher herangezogen wird, haftet dafür unbegrenzt und mit seinem Privatvermögen – und das kann schnell Existenz gefährdend werden.

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